Wenn der Regen ausbleibt, wird aus einer vollen Regentonne schnell ein leerer Behälter. Wer für solche Wochen vorsorgen möchte, sollte drei Dinge zusammen planen: den tatsächlichen Bewässerungsbedarf, eine geeignete Wasserquelle und einen dazu passenden Speicher.
Eine Wasserreserve hilft, zuvor gesammeltes Regenwasser später im Garten einzusetzen. Wie lange sie reicht, hängt vom Füllstand und vom Verbrauch ab. Ein großer Behälter allein garantiert noch keinen ausreichenden Vorrat.
Was hilft bei Wasserknappheit im Garten?
Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Beete und Pflanzen müssen tatsächlich bewässert werden? Wie viel Wasser benötigen Sie dafür? Anschließend können Sie einen Vorrat gezielt auf diesen Bedarf ausrichten.
Für einen sparsamen Umgang empfiehlt das Umweltbundesamt, Regenwasser zu sammeln, morgens oder abends zu gießen und das Wasser möglichst bodennah auszubringen. Bei Gartenboden ist eine bedarfsgerechte, gründliche Durchfeuchtung meist sinnvoller als häufiges oberflächliches Gießen. Quelle: UBA-Flyer „Unser Wasser – unsere Verantwortung“, Seite 2.
Für Ihre Planung ergibt sich daraus eine einfache Reihenfolge:
- Den Bewässerungsbedarf eingrenzen.
- Wasser gezielt und sparsam einsetzen.
- Regenwasser auffangen, wenn es verfügbar ist.
- Den Speicher auf Bedarf und möglichen Zulauf abstimmen.
Wie viel Wasser sollte ich für meinen Garten speichern?
Rechnen Sie mit der tatsächlich bewässerten Fläche und der Wassermenge je Gießgang. Die gesamte Grundstücksfläche ist dafür kein geeigneter Maßstab.
Ein Beispiel macht die Größenordnung anschaulich. Angenommen, Sie bewässern 80 Quadratmeter und setzen dafür bei einem Gießgang 15 Liter je Quadratmeter ein:
80 m² × 15 Liter/m² = 1.200 Liter pro Gießgang.
Für sechs solcher Gießgänge wären ohne weiteren Regenzulauf rechnerisch 7.200 Liter nötig.
Die 15 Liter und die sechs Gießgänge sind ausdrücklich Rechenannahmen, keine allgemeine Bewässerungsempfehlung. Pflanzen, Boden, Wetter und bereits gefallener Regen bestimmen, was Ihr Garten tatsächlich benötigt.
| Tatsächlich verfügbarer Wasservorrat | Rechnerische Reichweite bei 1.200 Litern je Gießgang |
|---|---|
| 1.000 Liter | etwa 0,8 Gießgänge |
| 5.000 Liter | etwa 4,2 Gießgänge |
| 10.000 Liter | etwa 8,3 Gießgänge |
Eigene Beispielrechnung; angenommen werden ein vollständig entnehmbarer Vorrat, kein neuer Zulauf und keine zusätzlichen Verluste. Aus den Werten lässt sich keine feste Anzahl von Versorgungstagen ableiten.
Für die Planung zählt das nutzbare Volumen. Die Literangabe auf einem Behälter ist nicht automatisch die Menge, die später tatsächlich für die Bewässerung bereitsteht. Füllgrenze, Einbauten und nicht entnehmbare Restmengen sind zu berücksichtigen.
Woher kommt das Wasser für einen größeren Vorrat?
Ein Regenwasserspeicher wird durch Niederschlag auf einer angeschlossenen Sammelfläche gefüllt. Speichergröße und möglicher Regenwasserertrag müssen deshalb zusammenpassen.
Zur ersten Orientierung lässt sich eine einzelne Regenmenge überschlagen:
Sammelfläche in m² × Niederschlag in mm = theoretische Wassermenge in Litern.
Bei einer horizontal projizierten Dachfläche von 100 m² ergeben 20 mm Regen theoretisch 2.000 Liter Wasser. Werden in einem vereinfachten Beispiel 80 Prozent davon aufgefangen, gelangen 1.600 Liter in den Speicher.
Die 80 Prozent sind eine frei gewählte Rechenannahme. Der tatsächliche Ertrag hängt unter anderem vom Dach, der Ableitung, der Filterung und möglichen Verlusten ab. Dieses Beispiel ist keine Auslegung der Anlage und keine Niederschlagsprognose.
Ein 10.000-Liter-Speicher wäre durch diesen einzelnen Regen aus leerem Zustand also noch lange nicht gefüllt. Für einen Vorrat vor einer Trockenperiode braucht es entsprechend früheren Zulauf und freie Speicherkapazität.
Auch die Sammelfläche muss passen: Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bestimmte Dachmaterialien unerwünschte Stoffe abgeben können. Dach, Wasserqualität und geplanter Einsatz gehören deshalb zur Planung. Quelle: UBA zur nachhaltigen Regenwassernutzung.
Regentonne, IBC oder Zisterne: Welcher Speicher passt?
Es gibt keine Speicherlösung, die für jedes Grundstück die beste Wahl ist. Entscheidend sind Ihr Bedarf, die Aufstellmöglichkeiten und der Aufwand für den Anschluss. Die folgende Gegenüberstellung dient als Entscheidungshilfe, nicht als Produkt- oder Preisvergleich.
| Möglichkeit | Wann sie in Betracht kommt | Was bei der Entscheidung zählt |
|---|---|---|
| Regentonne | Für einen überschaubaren Bedarf nahe am Fallrohr | Erreichbare Entnahmestelle und ausreichendes Volumen für den gewünschten Einsatz |
| Für Regenwasser geeigneter IBC-Behälter | Wenn oberirdisch Platz vorhanden ist und ein größerer Einzelbehälter gewünscht wird | Geeigneter Behälter mit geklärter Vornutzung, sichere Aufstellung und geplanter Anschluss |
| Neue Zisterne | Wenn ein eigener Speicher neu geplant werden soll | Einbauort, Bauarbeiten, Leitungswege und nutzbare Kapazität |
| Geeigneter ehemaliger Heizöltank | Wenn bereits Tankvolumen vorhanden ist und die Ölnutzung beendet wird oder beendet ist | Fachliche Eignung für die Umnutzung und sinnvoller Anschluss an die Wasserquelle |
Eine unterirdische Zisterne ist eine Einbauform eines Speichers und keine zusätzliche, grundsätzlich andere Lösung. Vergleichen Sie immer die vollständige Anlage einschließlich der nötigen Arbeiten und der späteren Nutzung.
Kann ich meinen alten Heizöltank als Wasserspeicher nutzen?
Ein geeigneter ehemaliger Heizöltank kann nach fachlicher Prüfung und Umrüstung als Speicher für Nichttrinkwasser infrage kommen. Einfach Wasser in einen alten Öltank zu füllen, ist keine geeignete Umnutzung.
Auch ein bereits früher stillgelegter, noch vorhandener Tank kann dafür infrage kommen; seine Eignung muss ebenso gesondert geprüft werden.
Eine Brauchwasserhülle kann im vorbereiteten Tank einen separaten Speicherraum bilden. Ob das möglich ist, hängt unter anderem von Tankzustand, Zugang und Einbausituation ab. Auch die Tragfähigkeit für die vorgesehene Wasserfüllung und die technische Einbindung müssen passen.
Die Möglichkeit ist besonders interessant, wenn Sie vorhandenen Speicherraum weiterverwenden möchten. Soll der bisherige Tankraum dagegen frei werden, muss das in die Entscheidung einfließen.
10.000 Liter entsprechen zwar rechnerisch 10 m³. Wie viel Wasser nach der Umrüstung tatsächlich gespeichert und entnommen werden kann, muss aber für die konkrete Anlage bestimmt werden.
Sie besitzen noch einen ehemaligen Heizöltank? Auf unserer Leistungsseite erfahren Sie mehr über Voraussetzungen, Ablauf und die Angaben für eine Eignungsanfrage: Öltank mit Brauchwasserhülle als Wasserspeicher nutzen.
Darf ich bei Einschränkungen mit meinem Wasservorrat weiter gießen?
Das richtet sich nach der konkret geltenden Regelung. Ein privater Speicher begründet keine pauschale Ausnahme.
Prüfen Sie, ob sich eine Einschränkung auf die Nutzung von Leitungswasser, die Entnahme aus Gewässern oder auf bestimmte Bewässerungszwecke bezieht. Entscheidend sind der Wortlaut, der betroffene Ort und die Geltungsdauer.
Wasserversorger können die Wasserverwendung für bestimmte Zwecke beschränken, soweit dies zur Sicherstellung der allgemeinen Versorgung erforderlich ist. Quelle: § 22 Absatz 2 AVBWasserV.
Fragen Sie bei Unklarheiten bei der zuständigen Stelle nach, ob gesammeltes Regenwasser für den vorgesehenen Zweck verwendet werden darf. Das gilt auch, wenn ein Behälter bereits vor einer Einschränkung gefüllt wurde.
Ist das gespeicherte Wasser auch als Trinkwasservorrat geeignet?
Der hier beschriebene Garten- oder Brauchwasserspeicher ist kein Trinkwasservorrat. Das Wasser ist nicht zum Trinken, Kochen oder Duschen vorgesehen. Die Qualität hängt unter anderem von Wasserherkunft und Anlagenbetrieb ab. Quelle: UBA zur Regenwassernutzung und Hygiene.
Trinkwasser muss zuverlässig vor Rückwirkungen aus dem Nichttrinkwassersystem geschützt bleiben. Eine Verbindung setzt eine geeignete Sicherungseinrichtung nach den anerkannten Regeln der Technik voraus. Leitungen und Entnahmestellen müssen dauerhaft und unverwechselbar gekennzeichnet sein; Nichttrinkwasser-Entnahmestellen sind gegen versehentlichen Gebrauch für Trinkwasserzwecke zu sichern. Quelle: § 13 Absätze 3 und 4 Trinkwasserverordnung.
Wie finde ich eine sinnvolle Lösung für mein Grundstück?
Notieren Sie zunächst Ihre bewässerte Fläche, den geplanten Bedarf, die verfügbare Sammelfläche und mögliche Speicherstandorte. Damit lässt sich beurteilen, ob ein kleiner Behälter genügt oder ein größerer Vorrat sinnvoll wäre.
Vergleichen Sie bei größeren Anlagen den Gesamtaufwand: Speicher beziehungsweise Umrüstung, Anschlussarbeiten, nötige Technik und späteren Unterhalt. Die Wirtschaftlichkeit einer Regenwassernutzungsanlage hängt vom Einzelfall ab; eine pauschale Kostenersparnis lässt sich daraus nicht ableiten. Quelle: UBA zu Kosten und Wirtschaftlichkeit der Regenwassernutzung.
Ein abgestimmtes Konzept berücksichtigt außerdem, wohin überschüssiges Regenwasser bei vollem Speicher gelangt. Regenwassernutzung und örtliche Versickerung können Bestandteile einer gemeinsamen Planung sein. Quelle: UBA-Steckbrief zur Regenwasserbewirtschaftung auf dem Grundstück.
Vorhandenes Tankvolumen einbeziehen: Wenn bei Ihnen ein ehemaliger Heizöltank vorhanden ist, können Sie diese Möglichkeit mit Tesche Öl aus Remscheid prüfen lassen. Mehr zur Brauchwasserhülle und zur Eignungsanfrage.
Hinweis: Alle Angaben in diesem Beitrag erfolgen ohne Gewähr. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und stellen keine rechtliche, steuerliche oder technische Beratung im Einzelfall dar. Gesetze, Vorschriften, Förderbedingungen und Preise können sich ändern. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich bitte an die zuständigen Stellen oder an unser Team.
* Ergänzung zum Bild: Das Titelbild ist eine KI-generierte Prinzipdarstellung und kein Tesche-Projektfoto. Es veranschaulicht eine mögliche Gartenbewässerung mit einem unterirdischen Speicher, keine vollständige Pumpen- und Anschlussplanung. Gezeigte Bauteile und Ausstattungen sind beispielhaft und keine zugesagte Standardausstattung.
